Rollskisachsenmeisterschaften in Seiffen 2026
- PSV Rollskiläufer waren nach guter Vorbereitung wie erwartet erfolgreich
- katastrophale Festlegung für die Siegerehrung vom Skiverband Sachsen
- Levana und Nepomuk wurden vorsätzlich um ihre Medaillen betrogen
- sportlerfeindlicher Skandal, Podiumsplätze ohne Ehrung
Schon mit Beginn des Rollskikalenders für 2026 stand fest, dass in diesem Jahr die Sachsen
Meisterschaft im Sommer auf unseren Rollskiern in Seiffen stattfinden wird. Seiffen hat aber ganz und gar kein typisches Rollskigelände. Für einen typischen Rollskiwettkampf ist es dort viel, viel zu bergig. Man könnte dort eine reine Bergmeisterschaft durchführen. Das wäre korrekt. So wie vor vielen Jahren in Oberried im Schwarzwald. Da waren wir mehrere Male zu den Dt. Bergmeisterschaften mit 10 km Anstieg. Das war was für echte Steher.
Da es in Seiffen für die älteren Altersklassen auch über 8,7 km bergauf ging, kam es dem damaligen Rennen schon etwas nahe.
Bei uns hatten sich sieben Rollskiläufer schon seit Wochen auf die Landesmeisterschaft vorbereitet. Auch in der Hitzeperiode musste trainiert werden. Unser Trainingslager Ende der Ferien war in diesem Jahr extrem Rollski lastig. Wir haben wirklich viel getan, um an diesem langen Berg nicht zu versagen.
Nach einem harten sportlichen Volleyballeinstieg (Freitag und Samstag) standen wir 06 Uhr abfahrbereit an unserer Skihütte. Letzte Materialüberprüfung, Autos beladen und ab Richtung Erzgebirge. Nach knapp drei Stunden Fahrzeit standen wir dann bei Sport Preußler am Org. Büro. Toilette, Startnummernausgabe, Mannschaftsführerbesprechung, Autos für die beiden Starts beladen und dann ab zu den vorgegeben Starts. Noch waren alle tüchtig benommen von der langen Fahrt. Das Einlaufen bereitete den Volleyballern noch große Schmerzen. Die Kinder (Kalle, Nepomuk und Anni) waren mit Hagen zum Start zwei gefahren. Die Großen (Franz, Anton, Bruno und Levana) standen mit Heini und Elke am Start eins und bereiteten sich so langsam vor. Der lange Anstieg auf tschechischer Seite wurde heute von uns das erste Mal bezwungen. Er flößte uns schon erst mal ganz schön Respekt ein.
Dann ging alles wieder wie gewohnt. Rennkleidung, Startnummern, Einlaufen, Start einnehmen. Elke war mit den Ersatzstöcken schon mal weit an den Berg gegangen. Heini stand etwas 200m nach dem Start. Hagen machte es bei unseren Kindern ebenso. Dann wartete er auf unsere Großen, die auch bei ihm vorbei kamen. Das Rennen ging seinen Gang. Unsere Läufer kämpften sich gegen den Berg und ich kam ganz am Ende hinter dem letzten Läufer mit dem Auto ebenfalls ganz langsam nach oben, wo wir schon sehnsüchtig erwartet wurden. Wir teilten uns wieder auf die beiden Autos auf und fuhren zurück nach Seiffen zu Sport Preußler, wo dann auch die Siegerehrung sein sollte.
Für uns sah es auf den ersten Blick erst einmal sehr, sehr gut aus. Kalle und Nepomuk erreichten als Erste in ihrer AK das Ziel. Franz und Levana waren beide Zweite. Anton hoffte noch auf eine Bronzemedaille. Aber es waren eben auch Offene Sachsenmeisterschaften. Was bedeutet nun wieder „Offen“?
Früher bedeutete es einmal, es können Amateure und Profis gemeinsam an den Start gehen. Heute sind das ganz verschiedene und unterschiedliche Ausnahmeregelungen. Das Schlimme daran ist, es macht Jeder, wie er will.
Die Siegerehrung begann schon einmal untypisch mit der Ehrung zum Spielzeugmacherlauf, obwohl der in der Ausschreibung gar nicht erwähnt war. Für diesen Lauf hatten wir doch gar nicht gemeldet. Obwohl sich Familie Preußler und Helfer mit den Preisen wieder sehr viel Mühe gegeben haben.
Wir haben für eine Offen Sachsenmeisterschaft im Rollski in der Freien Technik gemeldet und dafür sind wir auch angereist.
Am Ende kam aber für uns ein ganz böses Erwachen. Die Ehrung für die diesjährige Sachsenmeisterschaft hatte einen ganz bitteren Beigeschmack. Neu ab diesem Jahr soll sein, aus welchem Grund auch immer, dass nur noch die Altersklassen eine Ehrung erfahren, wo mindestens drei Starter ins Rennen gegangen sind. Hey, was ist denn das für ein Blödsinn? Wer hatte denn diesen letzten Erguss an Sinnhaftigkeit? Haben wir denn in diesem Land nur noch fragwürdige Personen in den Entscheidungspositionen? Es ist auf jeden Fall keine Entscheidung eines Übungsleiters, eines Erziehers, eines Pädagogen oder eines Psychologen. Denn diese Entscheidung ist Kinder und Sportlerfeindlich und diskriminierend außerdem. Was soll das jetzt im Klartext heißen? Werden unsere Sportler für eine vollbrachte sportliche Leistung entsprechend geehrt? Oder entscheidet jetzt das Zufallsprinzip nach Glück oder Pech gehabt? Heute seid ihr Drei, da kannst Du Meister werden. Morgen sei ihr nur Zwei, das bist du gar nichts. Da warst Du gar nicht dabei???!!! Was ist denn das für ein Schwachsinn? Wer ist für diesen grenzenlosen Blödsinn verantwortlich? Wer trifft solche sportlerfeindliche Entscheidungen, ohne die Vereine vorher zu befragen? In was für einem Sportsystem leben wir hier momentan eigentlich? Hier ist doch so langsam eine ganz verkehrte Welt. Mit welcher Begründung darf ein Sportler, egal in welcher Altersklasse, keine Ehrung einer Landesmeisterschaft erhalten, wenn er nur alleine oder zu zweit in seiner AK an den Start gegangen ist? Was kann der Betroffene, der damit durch eine Funktionärsentscheidung betrogene Sportler, denn dafür, dass an diesem Renntag nur zwei Athleten in seiner Altersklasse erschienen sind? Der anwesende Sportler erbringt doch deshalb trotzdem seine Leistung und bezahlt ja auch Startgeld für seinen Einsatz. Und das nicht ganz wenig. Dafür ist längst seine Medaille bezahlt. Das ist nicht nur ein riesiger Betrug, das ist eine echte Sauerei, was sich hier der Sächsische Skiverband herausnimmt. Damit bestrafen wir die Sportler, deren Eltern, die Übungsleiter und die jeweiligen Vereine. Und dafür will unser Verband dann auch noch Geld für Startpässe und Übungsleiterlizenzen. Eine bodenlose Frechheit ist das. Hier ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.
So wurde Kalle zum Sachsenmeister geehrt. Nepomuk gewann zwar seine AK als inoffizieller Sachsenmeister, wurde aber gar nicht geehrt oder erwähnt, da die Altersklasse mit nur zwei Startern für die neuen Festlegungen des Verbandes nicht existent war. Bitte dann die Startgebühr zurück. Annika wurde Fünfte und genau wie Bruno, mit einer Urkunde geehrt. Anton hatte Glück und erkämpfte sich Bronze bei den Männern, weil der Teilnehmer aus FF/O aus der „Offenen Wertung“ genommen wurde. Franz wurde klar Vize Sachsenmeister bei den Männern und er konnte oben hinaus noch ein gutes Stück zulegen. Mit auf der Abschussliste stand allerdings auch Levana, als inoffizielle Vize Sachsenmeisterin. Aber da auch in ihrer Altersklasse bei den Frauen allgemein nur zwei Starterinnen am Start waren, wurden die beiden Damen um ihre Titel betrogen und fanden keine Erwähnung bei der Siegerehrung. Im nächsten Jahr starten dann voraussichtlich gar keine Frauen mehr, denn es macht ja auch keinen Sinn, wenn es weder Ehrung noch Medaillen/Urkunden gibt. Bitte auch hier die Startgebühren zurück. Und ob Levana nun ihre Übungsleiterausbildung noch beendet, kann sie nicht sagen. Sie hat auf jeden Fall die Schn… gestrichen voll.
Liebe Skiverbandsverantwortlichen, ist das der Sinn der Sache?
Und ob Nepomuk nochmal bei den Meisterschaften an den Start geht, weiß er auch noch nicht. Im letzten Jahr war er Vizemeister in Thalheim, mit fünf Teilnehmern in seiner AK. In diesem Jahr wollte er Gold. Darauf hat er nun wochenlang trainiert. Vielleicht haben seine Kontrahenten zu viel Respekt vor den Bergen gehabt. Oder es ist jemand verletzt oder krank geworden. Oder es haben auch welche aufgehört mit der Sportart. Für all das können doch aber die teilnehmenden Läufer nichts. Jetzt ist er auf jeden Fall der total Angearschte. Und das kann nicht sein!!! Vielleicht ruft er in Zukunft vorher beim Veranstalter an, wieviel Meldungen eingegangen sind, ob es überhaupt Sinn macht, beim Wettkampf anzureisen oder nicht. Oder er hört ganz auf. Klasse, lieber Skiverband Sachsen. Ihr seid wahre, intelligente Helden. Mit Euch kann man wirklich was werden, hinsichtlich Mitgliedergewinnung, Sportlermotivation oder Fairness im Sport.
Wenn Ihr Verantwortungsträger des Skiverbandes das nicht versteht und vielleicht Fragen zur sportlichen Praxis im Verein benötigt, dann holt Euch bitte eine Nachhilfestunde bei mir. Wir sollten für jeden einzelnen Teilnehmer bei unseren Vereinsveranstaltungen im Volkssport dankbar sein, welche bei uns an den Start gehen. Denn die Sportler werden immer weniger in diesem anti Sport Land Bundesrepublik Deutschland. Es werden allerdings auch die Bedingungen zum freiwilligen Sport treiben immer miserabler und teilweise finanziell unattraktiv.
Ich bedanke mich dennoch bei unseren Athleten für den geleisteten Einsatz und gratuliere zu dem überaus guten Abschneiden unserer Mannschaft.
Ob es in Zukunft unter solchen Rahmenbedingungen überhaupt noch Sinn macht, zu Meisterschaften zu reisen, steht in den Sternen.
Sport Frei Volker Heinrich August, 2026
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